Puppentheaterstück erklärt Kindern die Saatgutbibliothek
Alte Sorten sollen wieder ihren Platz im Garten finden / Saatrückgabe ist wichtig

Saatgutbibliothek zu Gast in der Grundschule Groß Lessen: Ralf Röhr (links hinten), Jean-Luc Diederichs, Schulleiterin Maren Sieck-Oetker und Maria Schupp (Mitte) freuten sich über das große Interesse der Grundschulkinder, als sie die Premiere des Puppentheaterstück vorstellten. Foto: Bethel im Norden
GROß LESSEN. Wie funktioniert eigentlich eine Saatgutbibliothek? Dieser Frage widmet sich ein neues Puppentheaterstück, das in der Grundschule Groß Lessen Premiere feierte. Ziel ist es, besonders Kindern die Idee der nachhaltigen Nutzung und Erhaltung alter Saatgutsorten näherzubringen.
Initiiert wurde das Projekt von Ralf Röhr vom Lions Club Sulinger Land sowie Jean-Luc Diederichs von der Saatgutbibliothek in Freistatt. Sie haben das Konzept entwickelt, um Wissen rund um alte Sämereien spielerisch zu vermitteln. Für die Umsetzung wurde die Autorin Maria Schupp beauftragt, die ein etwa 15-minütiges Puppentheaterstück speziell für Grundschulkinder schrieb.
Die Aufführung kam bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften sehr gut an. „Wir freuen uns, dass die Grundschule Groß Lessen bereits seit drei Jahren aktiv an der Saatgutbibliothek teilnimmt“, erklärte Ralf Röhr bei der Premiere. Jedes Frühjahr leihen sich die Kinder Samen aus, pflanzen diese ein und lernen so den Kreislauf der Natur kennen.
Ein zentraler Gedanke der Saatgutbibliothek ist es, nach der Ernte nicht alle Früchte zu verbrauchen. Stattdessen sollen aus Tomaten, Kürbissen oder Gurken neue Samen gewonnen und zurückgegeben werden. „Nur so kann die Bibliothek im nächsten Jahr wieder kostenlos Saatgut anbieten – im besten Fall sogar mehr und vielfältigere Sorten“, betonte Jean-Luc Diederichs.
Auch Schulleiterin Maren Sieck-Oetker sieht in dem Projekt einen großen Mehrwert für den Unterricht. Einmal pro Woche beschäftigen sich die Kinder mit dem Anbau von Gemüse und lernen dabei, wie viel Arbeit hinter einer erfolgreichen Ernte steckt. Damit das System langfristig funktioniert, gibt die Schule bewusst mehr Samen zurück, als sie ausgeliehen hat.
Interessierte können sich bei Fragen direkt an Jean-Luc Diederichs wenden. Er ist telefonisch unter der Nummer 054488 8211 oder per E-Mail unter buecherei-freistatt[at]tutanota.com zu erreichen.
