Kühlende Zonen für Senior/innen
Pflegezentrum Kirchdorfer Heide setzt Zeichen gegen Hitze

Einrichtungsleiterin Tanja Siewert (links) und „Schirmherrin“ Edeltraud Dummeyer‑Müller, haben den Einbau der Deckentruhen bzw. -kassetten begleitet und sind von dem Ergebnis begeistert. Es herrscht in den Gemeinschaftsräumen ein viel besseres Raumklima.
KIRCHDORF. Die Sommer werden heißer, die Belastung für ältere Menschen steigt. Doch im Pflegezentrum Kirchdorfer Heide gibt es jetzt spürbare Entlastung: Drei Gemeinschaftsbereiche wurden mit modernen Klimaanlagen ausgestattet – dank einer Initiative, die aus persönlicher Überzeugung entstand.
„Das sind die Leute, die uns das Wirtschaftswunder ermöglicht haben“, sagt Edeltraud Dummeyer‑Müller, Heimfürsprecherin des Hauses. Ihre Stimme bricht, als sie über die Bedeutung der älteren Generation spricht. Für sie war klar: Die Bewohner brauchen Schutz vor Hitze. Und sie hat gehandelt.
Ein Projekt aus Dankbarkeit – und mit großem Erfolg
68 pflegebedürftige Menschen leben im Pflegezentrum. Klimatisiert wurden die offenen Wohnküchen, also jene Räume, in denen sich das Leben abspielt: Es wird gespielt, gegessen, gelacht. „Hier spielt das Leben“, betont Einrichtungsleiterin Tanja Siewert. Die privaten Zimmer bleiben ohne Klimaanlage – bewusst, denn die Gemeinschaftsräume sind die zentralen Aufenthaltsorte.
Dummeyer‑Müller übernahm im Jahr 2023 die Rolle der „Schirmherrin“, informierte Angehörige, sprach mit dem Vermieter Dr. Herbert Huth und sammelte Spenden. Insgesamt kostete das Projekt 43.000 Euro. 13.000 Euro kamen privat zusammen, 30.000 Euro steuerte die Glücksspirale bei.
Installiert wurde eine energieeffiziente VRV‑Technologie durch die Firma Schwier aus Barenburg. Die Elektrik übernahm die Firma Schwenker aus Bahrenborstel. Ein bewusstes Zeichen für regionale Zusammenarbeit.
Hitze ist für Senioren ein ernstes Risiko. Viele können ihr Unwohlsein nicht mehr äußern. „Manche Bewohner können sich nicht mehr mitteilen. Erst die Schweißperlen zeigen, dass sie schwitzen“, sagt Siewert. Andere greifen selbst bei hohen Temperaturen noch zur Weste. „Von daher hat man die vergangenen sehr heißen Tage auch genutzt, um „fast“ alle Wünsche, was die Intensität bzw. auch die gefühlte Temperatur zu berücksichtigen“, so Tanja Siewert weiter.
Die neuen Anlagen verbessern nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern auch die Bedingungen für die Mitarbeitenden – deren Pausenräume und Büros ebenfalls gekühlt werden müssen, wie es die Arbeitsstättenverordnung vorsieht. Auch Medikamente und Lagerbereiche profitieren von stabilen Temperaturen.
Natürliche Beschattung und Technik im Zusammenspiel
Die Frage nach Klimatisierung betrifft viele soziale Einrichtungen. Bethel im Norden prüft bei Neubauten und Sanierungen stets, was möglich und sinnvoll ist. Auch, und das zählt gerade bei Bestandsbauten, weil Lüftungsanlagen und Klimasysteme viel Raum benötigen. Vorrang habe jedoch immer die nachhaltigste Lösung: natürliche Beschattung durch Dachüberstände, Fensterplanung oder Gebäudeeinrichtung.
