Abhängigkeit hat viele Facetten
Fachtag in Bassum widmet sich dem Umgang mit Suchterkrankunge

Rund 60 Gäste nahmen am Fachtag der Fachklinik Bassum mit dem Themenschwerpunkt „Suchterkrankung verstehen, ansprechen, begleiten“ in der Freundenburg in Bassum teil. Foto: Bethel im Norden.

Referentinnen und Referenten des Fachtages „Suchterkrankung verstehen, ansprechen, begleiten“ (von links): Michael Palt, Dennis Dalke, Martin Hoppe, Isabelle Brunkhorst, Christina Welp, Eileen Teuber, Laura Honak und Stina-Muriel Terwey. Foto: Bethel im Norden.
BASSUM. Rund 60 Fachkräfte aus unterschiedlichen Berufsfeldern, die sich in ihrem Arbeitsalltag mit den Themen Sucht, Abhängigkeit und deren Folgen befassen, kamen kürzlich zum Fachtag der Fachklinik Bassum zusammen. Die Veranstaltung mit dem Themenschwerpunkt „Suchterkrankung verstehen, ansprechen, begleiten“ fand Mitte Februar im Seminar- und Tagungshaus Freudenburg in Bassum statt.
Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Klinikleiter Martin Hoppe. Durch das Programm führte Diplom-Pädagogin Christina Welp aus der Fachklinik Bassum. Ziel des Fachtages war es, fachliches Wissen zu vertiefen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und den Austausch zwischen den Beteiligten zu fördern.
Neben der Vorstellung der Arbeit der medizinischen Rehabilitationseinrichtung für Menschen mit Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit erwartete die Gäste ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm mit internen und externen Expertinnen und Experten. Eileen Teuber, Leiterin der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation des Caritasverbandes Bremen e. V., beleuchtete in ihrem Vortrag „Suchterkrankt? – und jetzt?“ den Weg von der ersten Vermutung einer Abhängigkeitserkrankung bis zur Aufnahme in eine Klinik. „Bei diesen Gesprächen ist es immer wichtig, nicht mit Vorwürfen oder Sanktionen zu starten, sondern dem Betroffenen eine Möglichkeit zu geben, seine Position darzustellen“, machte Eileen Teuber deutlich.
Eine differenzierende Betrachtung der Begriffe „Suchtmittelauffälligkeit“ und „Suchterkrankung“ nahm Stina-Muriel Terwey, Therapeutische Leitung der Fachklinik Bassum, vor. Sie zeigte auf, wie wichtig eine fachlich fundierte Einordnung für die weitere Unterstützung Betroffener ist: „Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die nicht immer einfach zu erkennen sind. Von daher ist es immer auch wichtig, frühzeitig „Expertinnen“ oder „Experten mit einzubinden“.
Im Anschluss stellten Mitarbeitende der Fachklinik Bassum die Suchtbehandlung vor Ort vor. Dennis Dalke (Bezugstherapeut), Michael Palt (Ergotherapeut) und Isabelle Brunkhorst (Sozialarbeiterin) erläuterten die Behandlungsschwerpunkte sowie die Bedeutung von Teilhabe und der Rückführung der Patientinnen und Patienten in das Arbeitsleben.
Abgerundet wurde der Fachtag durch die Vorstellung des Programms „SeitenWechsel“ der Patriotischen Gesellschaft von 1765 e. V. Laura Honak erläuterte dabei die Zielsetzung und den Ansatz des Angebots, in dem Führungskräfte ganz bewusst ihre soziale Kompetenz stärken können. „Unser »SeitenWechsel« bietet jeder und jedem eine neue Entwicklungsmöglichkeit. Der Schritt in andere Lebenswelten ermöglicht eine Horizonterweiterung mit Langzeitwirkung“, erklärte dazu Laura Honak.
Zwischen den einzelnen Vorträgen sowie zum Abschluss der Veranstaltung nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für Fragen, Diskussionen und einen intensiven fachlichen Austausch. Der Fachtag bot damit nicht nur fundierte Informationen, sondern auch Raum für Vernetzung und Dialog.
Alle weiteren Infos finden sie unter www.fachklinik-bassum.de.
