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30.05.2018

Hands on Dementia – zum zweiten Mal im Anna-Meyberg-Haus

Über 100 Mitarbeitende und Schüler/innen des BBZ’s besuchten interaktive Ausstellung


Anja Maertens (Mitte) versucht mit Messer und Gabel eine Aufgabe im Demenz-Parcours „Hands on Dementia“ zu bewältigen, was ihr sehr schwer und nur mit viel Geduld nach einigen Anläufen gelingt.

HANNOVER. „Warum klappt das denn nicht?“ oder „So schwierig habe ich mir das nicht vorgestellt!“ – Aussagen, die immer wieder von den Kolleg/innen aus dem Anna-Meyberg-Haus oder von den Schüler/innen der Altenpflegeausbildung im Birkenhof Bildungszentrum (BBZ) zu hören waren. Dies ist alles gewollt beim Demenz-Parcours „Hands on Dementia“ – eine interaktive Ausstellung der Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Senioren, die Ende Mai für Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Schüler/innen des BBZ‘s im aufgebaut war.

„Demenz ist an jedem Tag, macht keine Pausen und ist bei jedem Menschen sehr individuell zu verstehen. Von daher will dieser Demenz-Parcours helfen, um sich einzufühlen in die Welt eines Menschen, der an Demenz erkrankt ist“, so Martina Keil, verantwortlich für die Soziale Betreuung in der Pflegeeinrichtung in Hannover-Kirchrode. Dass Knöpfe an Kleidungsstücken Schwierigkeiten machen, ist vielleicht noch zu verstehen, warum aber an Demenz erkrankte Menschen immer wieder nach kurzer Zeit das Besteck weglegen und lieber mit den Händen die Wurst greifen, ist für den Ausstehenden schwierig zu begreifen. „Auch wenn man viele Jahre in dem Arbeitsfeld tätig ist und viel Verständnis entwickelt hat, zeigen diese insgesamt sieben Stationen dieser Parcours doch ganz deutlich, wie schwierig es ist, mit verschiedensten Erkrankungen den Alltag zu erledigen“, so Anja Maertens aus dem Bereich des Qualitätsmanagements der Altenhilfe im Unternehmensbereich Bethel im Norden. Praktikantin Dorothee Bläsig und der Betheljahr-Teilnehmende Afzal Hossain schauen ihr bei der Übung mit Messer und Gabel über die Schulter und können ihr nur zustimmen. Sie haben an allen Stationen gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht. „Besonders wie ungeduldig und unzufrieden man wird, wenn es einfach nicht klappt“, so Dorothee Bläsig.

„Und genau um diesen Einblick geht es. Man muss sich immer wieder klarmachen, dass bestimmte Alltagssituationen von Menschen mit Demenz nicht mehr gelöst werden können, sie überfordert sind und dann solche Dinge passieren“, erklärte dazu Martina Keil. Bei Aufgaben wie das oben bereits beschriebene Anziehen, beim Frühstücken oder beim Autoverkehr kommt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer des Parcours schnell an seine Grenzen und kann sich dadurch viel besser in die Situation der an Demenz erkrankten Menschen hineinversetzen. Ein wichtiger Aspekt, der Empathie sowie Geduld weckt  und für mehr Verständnis beim gemeinsamen Miteinander sorgt. 

 

 


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