Bethel im Norden

 
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29.01.2018

Für Friedrich v. Bodelschwingh inkognito „auf der Walz“

Ausstellung „Wangemanns Wanderungen“ in Freistatt, Sulingen und Diepholz zu sehen


FREISTATT. Der Unternehmensbereich Bethel im Norden lädt am Mittwoch, 7. Februar, um 15 Uhr zu einer Ausstellungeröffnung mit dem Titel „Wangemanns Wanderungen“ in die Kirche in Freistatt, Kirchstraße 13, ein. Erarbeitet wurde diese Ausstellung von Studierenden des Fachbereichs Geschichte der Universität Bielefeld und befasst sich mit der Arbeit von Theodor Wangemann, der von Friedrich v. Bodelschwingh im Jahr 1892 inkognito „auf die Walz“ geschickt wurde.  

Demografische, soziale und wirtschaftliche Umbrüche Ende des 19. Jahrhunderts brachten ein neues Phänomen mit sich: Arbeitslosigkeit. Viele junge Männer trieb es auf der Suche nach Arbeit auf die Straße. Die Wanderbettlerei erreichte einen so erheblichen Umfang, dass man sie vielerorts als Plage wahrnahm. Deshalb begann man nach wirksamen Gegenmaßnahmen zu suchen. Bettler sollten von zentraler Stelle unterstützt werden. Friedrich v. Bodelschwingh, der das Problem täglich in Bethel vor Augen hatte, setzte sich an die Spitze der Bewegung. Er entschloss sich, arbeitslosen Menschen eine Arbeit zu geben.

Um ein ungeschminktes Bild von den Verhältnissen in den Herbergen für Obdachlose zu gewinnen, schickte Friedrich v. Bodelschwingh 1892 den jungen Theodor Wangemann, der als Hilfspfleger in Bethel tätig war, inkognito „auf die Walz“. In einem Bericht deckte er große Missstände auf. Die Publikation sorgte für einen Skandal – ein frühes Beispiel für investigativen Journalismus.

Eröffnet wird die Ausstellung „Wangemanns Wanderungen“ am Mittwoch, 7. Februar, um 15 Uhr mit einer kurzen Einführung durch Luise Turowski aus der Geschäftsführung Bethel im Norden. Christoph Herkströter aus dem Bethel-Archiv stellt anschließend die Inhalte vor und beantwortet dann bei einem Rundgang durch die Ausstellung die verschiedensten Fragen der interessierten Gäste. In der Kirche kann sie noch einmal am Sonntag, 11. Februar, nach dem Gottesdienst besucht werden. Von Montag, 12., bis zum Freitag, 23. Februar, wird sie dann, wochentags jeweils von 8 bis 19 Uhr, im Sulinger TAFF, Nienburger Straße 9 c, ausgestellt sein. Zum Abschluss steht die Wangemann-Ausstellung dann von Montag, 26. Februar, bis zum Freitag, 9. März, in der Diepholzer Arche, Vossen Reitweg 13. Die Öffnungszeiten hier: montags, dienstags, mittwochs und freitags von 8 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 18 Uhr.


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